China hat mit der erfolgreichen Landung seiner Sonde „Chang’e 4“ die Nase weit vorn. Und zwar in einem neuen Wettlauf zum Mond, an dem auch die USA und Russland beteiligt sind. Doch was soll das Ganze aus Sicht der Forschung?

Unter anderem geht es darum, Wege zu finden, um eines Tages die großen Ressourcen des Mondes auszubeuten. Im Blick hat man besonders das lunare Helium-3, einen idealen Brennstoff für künftige Kernfusionskraftwerke. Der Mond soll auch als Sprungbrett zum Mars dienen.

Raumfahrer könnten hier auf einen Langzeitflug vorbereitet werden – in einer Raumstation, die um den Mond kreist, oder in einem Mond-Dorf, wie es Esa-Generaldirektor Jan Wörner vorgeschlagen hat. Die erdabgewandte Seite des Mondes eignet sich auch sehr gut dafür, mit Radioteleskopen störungsfrei die Tiefe des Weltalls zu erforschen.

LND soll gefährliche Strahlung messen

Bemannte Landungen soll es auch bald wieder geben. China plant die erste bis 2030. Die Sonde „Chang’e 4“ soll dazu beitragen, den Grundstein dafür zu legen. Sie hat Saatgut geladen, um zu prüfen, ob Gemüseanbau auf dem Mond möglich ist. Mit an Bord ihres Rovers ist auch ein Strahlenmessgerät namens Lunar Lander Neutron Dosimetry (LND). Es wurde innerhalb von 13 Monaten von einer Arbeitsgruppe um den Experimentalphysiker Robert Wimmer-Schweingruber von der Christian-Albrechts-Universität Kiel entwickelt.

Das Gerät soll unter anderem Wasser unter der Mondoberfläche aufspüren und Neutronenstrahlung auf dem Mond messen. Neutronen seien für Astronauten sehr gefährlich, „weil sie fast ungehindert tief in unseren Körper eindringen können, bevor sie diesen schädigen“, wie Wimmer-Schweingruber sagt. Auf der Datenbasis der Kieler Forscher könnten Schutzstrategien für Mondlandungen entwickelt werden.