Die legendäre Technologie der Science-Fiction-Serie "Star Trek" begeistert seit Generationen Technikfans weltweit. Geht nach der US-Stiftung X-Prize soll nun eines der bekanntesten Objekte daraus Wirklichkeit werden: der Tricorder. Die Stiftung, die Auszeichnungen für technische und wissenschaftliche Erfindungen vergibt, hat den "Qualcomm Tricoder X Prize" demjenigen versprochen, der das Gerät aus der Fernsehserie möglichst perfekt nachbauen kann. Das verkündete die Stiftung auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas offiziell.

Das Gerät soll medizinische Diagnosen ohne einen Arzt und ohne körperliche Untersuchungen oder eingehende Tests möglich machen. Zudem soll es maximal 2,2 Kilogramm wiegen - schließlich soll man es wie einst Star-Trek-Schiffsarzt Leonard McCoy leicht in die Hand nehmen können. Den Preis gewinnt das Team, dem es gelingt, mit seinem Tricorder 15 Krankheiten zu erkennen. Dabei sollen relevante Gesundheitswerte wie Blutdruck, Körpertemperatur und Atmung gemessen und ausgewertet werden. Das Gerät soll dem Betroffenen nicht nur helfen, seinen Zustand einzuschätzen, sondern ihm auch erste Hilfsmaßnahmen empfehlen.

Pilles Messmaschine

Den Entwicklern bleiben dreieinhalb Jahre Zeit, den Tricorder nachzubauen. Bei Erfolg winken 10 Millionen US-Dollar (7,8 Millionen Euro) Preisgeld. Sponsor ist das kalifornische Mobilfunkunternehmen Qualcomm. Der Stiftung zufolge soll die Entwicklung die Grundlage einer neuen Sparte in der Medizinindustrie bilden.

Als Vorbild soll der medizinische Tricorder von Star-Trek-Schiffsarzt Leonard McCoy, genannt "Pille", dienen. McCoy musste mit dem erstmals 1966 eingesetzten Teil nur an die betreffende Person scannen, um über deren Gesundheitszustand genauestens auf dem Laufenden zu sein - ganz ohne lästiges Blut abnehmen oder langwieriges Abhören und Abtasten. In der Fernseh-Serie hat der Tricorder bereits eine gewisse Entwicklung durchlaufen: Anfangs ähnelte er einem Aufnahmegerät, inzwischen ist es ein flaches Klappgerät mit Touchscreen, ähnlich einem Smartphone.

Die X-Prize-Stiftung wurde 1995 von dem Luftfahrt-Ingenieur Peter Diamandis gegründet. Der Tricorder-Wettbewerb ist der sechste der Stiftung. 1996 lobte sie zehn Millionen Dollar für einen privat finanzierten Flug an den Rand der Erdumlaufbahn aus. Das Raketenflugzeug "SpaceShipOne" heimste acht Jahre später das Preisgeld ein - und schuf die Basis für das Geschäft mit dem Weltraumtourismus. 2010 wurde eine Millionenprämie für ein neues Verfahren zum Reinigen ölverschmutzten Meereswassers versprochen - Auslöser war die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. In weiteren Wettbewerben ging es um spritsparende Autos, ein Verfahren zur schnellen Entschlüsselung menschlichen Erbguts und die Erforschung des Mondes.