Elon Musk hat auch einmal klein angefangen. Seine Gewinne bei Paypal hat er dann in Unternehmen wie Tesla und SpaceX gesteckt. Hier jubelt er nach dem gelungenen Start der Mission zur Internationalen Raumstation ISS im Mai.
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BerlinJunge Talente sollen in Zukunft besser davon profitieren, wenn die Geschäftsidee eines Start-ups gut funktioniert. Das Konzept stammt aus dem Silicon Valley. Gründer, wie beispielsweise die von Paypal, hatten dort große Pläne, aber noch kein Geld, um Fachkräfte zu bezahlen. Also lockten sie damit, gemeinsam vom unternehmerischen Erfolg zu profitieren. Natürlich nur, wenn die Sache auch funktioniert. Bei Paypal hat es bekanntlich geklappt. Elon Musk hat seinen Gewinn zur Gründung von Tesla und SpaceX genutzt.

Eine Studie des deutschen Start-up-Verbandes zeigt, dass hierzulande nur 58 Prozent der befragten Gründer ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm anbieten. Von den restlichen 42 Prozent, die das noch nicht tun, würden 72 Prozent bei besseren Rahmenbedingungen ebenfalls mitmachen – was zu einer weitreichenden Verbreitung bei insgesamt 88 Prozent der Start-ups führen würde. Das ist das Ergebnis einer großangelegten Befragung.

Für Christian Miele, Präsident des Bundesverbands, können Mitarbeiterbeteiligungsprogramme in Zukunft ein wichtiger Erfolgsfaktor sein. Ihm geht es um Innovation und Investitionen. Wenn die Rahmenbedingungen, vor allem das Steuerrecht geändert würden, könnten Gründer leichter Talente anlocken, also Innovationen voranbringen. Und wenn die Mitarbeiter dann Glück haben und in einem erfolgreichen Start-up gelandet sind, könnten sie später ihre Gewinne in andere Start-ups investieren. So wie es Elon Musk gelungen ist. Das könnte das gesamte System dann beleben. So die Idealvorstellung.

Aber die vergangenen Wochen und Monate haben auch gezeigt, dass selbst Leuchttürme der Digitalisierung wie Uber oder Airbnb in Bedrängnis kommen können. Die Sorge und Vorsicht der Menschen in der Corona-Zeit hat die jungen Konkurrenten der Taxi-Unternehmen und den Anbieter für Übernachtungen bei Privatpersonen besonders hart getroffen. Das zeigt: Auch die oft als zukunftsweisend bezeichneten Start-ups haben gerade heftig zu kämpfen. Gewinne sind nicht garantiert.

Die Bundesregierung hat deshalb bereits zwei Milliarden Euro für Gründerinnen und Gründer im Mai zur Verfügung gestellt. Es geht darum, junge, innovative Unternehmen gut durch die Corona-Krise zu bringen, teilte die Bundesregierung mit. „Damit sichern wir Arbeitsplätze und Innovationen“, sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier. Bei der offiziellen Vorstellung der Studie zur Mitarbeiterbeteiligung wollte der Minister am Abend dabei sein.