Sternschnuppen der Perseiden (Archivbild).
Foto: dpa/Oliver Berg

KölnDer Höhepunkt des alljährlichen Sternschnuppenstroms der Perseiden steht unmittelbar bevor: Mit dutzenden Sternschnuppen pro Stunde verspricht der hochsommerliche Meteorstrom etwa zur Wochenmitte ein Himmelsspektakel, das ganz ohne optische Hilfsmittel am nächtlichen Firmament zu sehen ist. Dafür am besten geeignet sind die Nächte zum Mittwoch und zum Donnerstag, wie die Vereinigung der Sternfreunde (VdS) und das Heidelberger Haus der Astronomie mitteilten.

Grafik: BLZ/Galanty; Quelle:  IMO, DWD, DPA

Spätabends nach Osten blicken

Seinen Höhepunkt erreicht der Sternschnuppenstrom am Mittwochvormittag (12. August). In den Nächten davor und danach geht der Mond erst nach Mitternacht auf, so dass die späten Abendstunden nicht vom Mondlicht aufgehellt werden – ideale Bedingungen also, um nach den legendären Perseiden Ausschau zu halten.

Himmelsgucker sollten dazu in Richtung Osten blicken. Dort geht das Sternbild Perseus auf, nach dem diese Sternschnuppen benannt wurden. Während des Maximums werden in diesem Jahr zwar bis zu hundert Meteore pro Stunde erwartet – da dieser Höhepunkt des Stroms aber in die Vormittagsstunden fällt, kann er nicht beobachtet werden.

Bis zu 50 Meteore sichtbar

Doch in den Nächten um das Maximum herum sind immer noch 20 bis 50 Sternschnuppen pro Stunde möglich. Zwar tauchen die meisten Perseiden normalerweise in den frühen Morgenstunden auf. In diesem Jahr steht in der zweiten Nachthälfte allerdings auch der abnehmende Mond am Himmel, der mit seiner Helligkeit die schwächeren Sternschnuppen überstrahlen wird.

Die beste Sicht auf die Perseiden bieten also – einen wolkenlosen Himmel vorausgesetzt – die späten Abendstunden des Dienstags sowie des Mittwochs jeweils vor Mondaufgang.

Spur zum Sternbild Perseus

Seit jeher markieren die Augustmeteore für Sternschnuppenfans einen festen Termin im astronomischen Jahreskalender. Die Sommersternschnuppen wurden nach dem Sternbild Perseus benannt, weil dort ihr scheinbarer Ausgangspunkt liegt. Astronomen sprechen vom sogenannten Radianten des Schwarms.

In Wahrheit kommen die Sternschnuppen aber aus der unmittelbaren Erdumgebung: Auf seiner Bahn um die Sonne kreuzt unser Planet alljährlich zwischen Mitte Juli und Ende August eine Wolke winziger Teilchen, die der Komet 109P/Swift-Tuttle auf seiner Bahn um unser Zentralgestirn zurückließ.

Mit Tempo 216.000 unterwegs

Trifft die Erde auf die kosmische Staubspur dieses etwa alle 133 Jahre wiederkehrenden Kometen, dringen die oft nur stecknadelkopfgroßen Partikel mit 60 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre ein – also mit der unfassbaren Geschwindigkeit von 216.000 Stundenkilometern. In einer Höhe von 80 bis hundert Kilometern erzeugen die kleinen Staubteilchen dann die Lichterscheinungen, die Sternschnuppen genannt werden.

Eine besondere Ausrüstung brauchen Himmelsgucker für die Beobachtung der Perseiden nicht – ein Liegestuhl oder eine Isomatte und eine gute Rundumsicht reichen aus. Die besten Beobachtungsmöglichkeiten bietet ein Platz fernab der von Kunstlicht durchfluteten Städte. Wer den Meteorstrom fotografieren will, sollte ein Weitwinkelobjektiv verwenden, die Kamera auf ein Stativ montieren und eine Langzeitbelichtung wählen.

Sommerliche Planetenparade

Neben den Perseiden hat der Sternhimmel derzeit nach Angaben der VdS und des Hauses der Astronomie auch eine wahre Planetenparade zu bieten: Der auffällig helle Jupiter ist fast die gesamte Nacht hindurch gut zu sehen und wandert zusammen mit dem etwas lichtschwächeren Saturn von Südost nach Südwest.

Gegen Mitternacht gesellt sich im Osten der Rote Planet Mars dazu. Und die Venus steht früh morgens vor Sonnenaufgang als heller Morgenstern im Osten. (AFP)