Die Idee klingt schon verführerisch. Egal zu welcher Tageszeit, egal an welchem Ort, egal in welcher Stimmung man gerade ist – es gibt da jemanden, der genau weiß, welche Musik für diesen Moment die richtige. Niemand muss mehr in CD-Regalen kramen, den passenden Radiosender suchen oder auf seinem Smartphone in der Mediathek wühlen. Die Arbeit übernimmt nun Google mit seinem Streaming-Dienst „Google Play Music“, den das Unternehmen am Montag im Prince Charles in Berlin vorgestellt hat. Für 9,99 Euro im Monat steht das Angebot in Deutschland ab sofort zur Verfügung.

Natürlich gibt es auch bei Google die klassischen Hitlisten. Und bei ihrer Präsentation zeigten die Macher aus den USA, dass sie ihr Handwerk verstehen. Für den deutschen Markt, berichtete Produktmanager Eliott Breece in breitem Englisch, gebe es Schlagerlisten und lächelte, als die Gesichter von Wolfgang Petry und Helene Fischer auftauchten. Auch die Konzeption des Angebots ist übersichtlich, leicht verständlich und für die meisten Mobilgeräte tauglich.

Aber besonders gerne will das Unternehmen wissen, wann welcher Kunde wo was macht und wie es ihm geht. Deshalb haben Google-Mitarbeiter, Musikjournalisten und DJ’s Listen für den heißen Tag im Büro, die Zeit beim Sport, das Abhängen am Abend und verschiedene Stimmungslagen kreiert. Konkurrent Spotify hatte gerade Ärger mit seinen Kunden, weil das schwedische Unternehmen seine Nutzungsbedingungen geändert hat, um Informationen über das Nutzerverhalten abgreifen und weitergeben zu können.

Bei Google gehört das bekanntlich zum Geschäftsmodell. Ab jetzt also auch in der digitalen Popkultur, wenn man eigentlich nur den Soundtrack fürs Chillen, Rennen oder Tanzen sucht. Und natürlich sind die Listen besonders präzise, wenn die Nutzer hemmungslos Informationen von sich preisgeben.