Das Bild zeigt eine Supernova-Explosionswolke im Sternbild Stier, aufgenommen vom «Hubble»-Weltraumteleskop.
Foto: dpa/Jeff Hester

BerlinAstronomen haben in der Tiefe des Universums die gewaltigste Sternexplosion gesichtet, die je aufgezeichnet worden ist. Die Supernova mit der Katalognummer SN2016aps war rund zehnmal energiereicher und strahlte 500 Mal heller als normale derartige Sternexplosionen. Die Supernova sei auf verschiedene Arten spektakulär, sagt Edo Berger vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge, USA.

„Sie ist nicht nur heller als jede andere Supernova, die wir bislang gesehen haben, sondern sie besitzt einige Eigenschaften und Merkmale, die sie als selten erscheinen lassen im Vergleich zu anderen Sternexplosionen im Universum“, zitiert die Deutsche Presse-Agentur aus einem Bericht eines Astronomen-Teams der britischen University of Birningham im Fachblatt Nature Astronomy.

Etwa 500 Mal heller als gewöhnlich

Eine Supernova entsteht, wenn ein massereicher Stern mit mehr als etwa acht Sonnenmassen am Ende seines Lebens explodiert. Wenn sein Brennstoffvorrat verbraucht ist, bricht der Stern unter seiner eigenen Gravitation zusammen. Er kollabiert. In einer gewaltigen Explosion stößt er seine Schichten ab und schleudert sie weit hinaus in den Weltraum. Dabei kann er für kurze Zeit so hell strahlen wie eine ganze Galaxie. Am Ende entsteht ein Neutronenstern (Pulsar) oder ein Schwarzes Loch.

Normalerweise strahlen Supernovae aber nur rund ein Prozent ihrer Energie im sichtbaren Licht ab. SN2016aps besaß dagegen nicht nur eine Rekordenergie von rund 200 Billionen Billionen Gigatonnen TNT (das ist eine 2 mit 26 Nullen), sondern strahlte rund die Hälfte davon ab, so dass sie etwa 500 Mal heller leuchtete als eine gewöhnliche Supernova.

„Wie Öl ins Feuer“

Die Astronomen nehmen an, dass der explodierte Stern sich zuvor aus der Verschmelzung zweier weniger massereicher Sterne gebildet hat. Dafür spricht der ungewöhnlich hohe Wasserstoffanteil in der Explosionswolke. Laut Theorie der Astronomen enthielt der aus der Verschmelzung entstandene Stern einerseits noch viel Wasserstoff, war aber andererseits schon groß genug, um die Supernova auszulösen.

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Nachbeobachtungen lieferten auch eine mögliche Erklärung für die außergewöhnliche Helligkeit der Explosion: „Wir haben ermittelt, dass der Stern in den letzten Jahren vor der Explosion eine massereiche Gashülle abgestoßen hat, während er heftig pulsierte“, sagte der britische Astronom Matt Nicholl. „Der Zusammenstoß der Explosionswolke mit dieser massereichen Gashülle führte zu der unglaublichen Helligkeit der Supernova. Das war im Prinzip, wie Öl ins Feuer zu gießen.“ Die Forscher hoffen nun, mit neuesten Instrumenten weitere derartige Supernovae aufzuspüren, insbesondere aus der ersten Milliarde Jahre des Universums.