Weltweit forschen Wissenschaftler des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) an mehr als 350 Projekten – sie untersuchen, bewahren und dokumentieren bedeutende Stätten vergangener Zeit. Zu Forschern und Einrichtungen in Syrien pflegt das DAI seit Jahrzehnten einen engen Kontakt. Derzeit sind jedoch alle Projekte vor Ort eingestellt, sie sollen aber eines Tages weitergeführt werden. Das Institut mit Sitz in Berlin-Dahlem steht jedoch immer in Kontakt mit den syrischen Kollegen, wie Friederike Fless berichtet.  

Frau Professor Fless, die syrische Stadt Aleppo ist beinahe 4000 Jahre alt. Ohne die vielen Toten und Vertriebenen seit Ausbruch des Krieges zu vergessen, was ist nach den letzten Bombenangriffen noch von der Struktur der Stadt zu retten?
Die Zerstörungen in Syrien mit den vielen zivilen Opfern sind eine riesige Katastrophe. Wir bekommen ja alle Bilder der völlig zerstörten Stadt frei Haus geliefert. Da viele Bauten aus Beton bestehen, unterscheiden sich diese Bilder natürlich von den Bildern der zerstörten Städte am Ende des Zweiten Weltkriegs in Deutschland. Diese bestanden ja zumeist aus Ziegeln oder Fachwerk. Da waren die Strukturen der Straßenläufe bei den Ziegelhaufen fast nicht mehr erkennbar. In vielen syrischen Städten ist dies bei den Betonbauten anders. Die grundsätzliche Stadtstruktur ist an sich deutlich zu erkennen. Viele Betonbauten scheinen jedoch zusammengestürzt zu sein.
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Wie ist es mit anderen Stätten,  zum Beispiel Palmyra?
In der derzeitigen Lage ist es schwer, wirklich einen Überblick zu behalten. Die inszenierten Zerstörungen durch den IS gehen wohl derzeit nicht weiter. An ihre Stelle sind die Zerstörungen durch die Luftangriffe getreten. Die verschonen die archäologischen Stätten nicht.

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