Ob beim Online-Dating oder im echten Leben: Der erste Eindruck ist entscheidend. In der Realität ist es allerdings einfacher, ein Gesamtbild der Persönlichkeit abzugeben. Beim Online-Daten sind dafür nur Fotos und einige Informationen vorhanden, die widerspiegeln sollen, wer man ist.

Eine schwierige Aufgabe, denn nicht jeder kann sich hervorragend selbst inszenieren. Doch es gibt ein paar einfache Tricks, Bilder aufzuwerten.

Suchen Sie jemanden, der von Ihnen Fotos macht

Wer selbst keine gute (Smartphone)-Kamera hat, sollte sich eine im Freundes- oder Bekanntenkreis leihen. Abgesehen vom Selfie lassen sich gute Fotos allerdings nur schwerlich alleine machen. Kennen Sie jemanden, dessen Fotos Sie für gelungen halten? Fragen Sie ihn oder sie, ob er Zeit und Lust hat, ein kleines Fotoshooting mit Ihnen zu machen.

Dafür reichen allerdings keine lieblosen zehn Minuten knipsen. Nehmen Sie sich Zeit. Denn Kamera-Ungeübte müssen sich immer erst daran gewöhnen, im Mittelpunkt zu stehen. Nach den ersten Aufnahmen werden Sie schon merken, dass Sie sich mehr entspannen und die Fotos weniger gestellt wirken.

Wer über das nötige Kleingeld verfügt, kann sich auch einen professionellen Fotografen suchen. Besonders schön ist es, wenn das nicht nur Studio-Aufnahmen sind, erklärt Flirtexperte Horst Wenzel von der „Flirt-University“. „Der Fotograf kann Bilder von Situationen machen, in denen man sich wohl fühlt, beispielsweise bei einem Hobby oder an Lieblingsorten.“ Wichtig bei den Fotos sei es, authentisch zu bleiben. „Man sollte nicht versuchen, zu viel zu kaschieren. Das könnte spätestens beim ersten richtigen Date unangenehm werden.“

Aktiv sein

Eine steife Pose wirkt auf Fotos schnell unauthentisch. Suchen Sie lieber nach Bildern, auf denen Sie aktiv wirken. Es muss nicht direkt ein Sport-Foto sein, wenn das nicht zu ihnen passt. Auch ein Foto, das am Lieblingsort, sei es Café oder Straße, aufgenommen wurde, wirkt lebendig.

Die Fotografen Sebastian Ritter und Jenny Mitscher von „22places.de“ haben eine schöne Übersicht mit tollen Fotolocations in Deutschland erstellt, von denen man sich inspirieren lassen kann. Solche „Action-Fotos“ sind nicht nur ästehtisch wertvoll, weiß Horst Wenzel. „Es ist immer gut, mit den Bildern auch eine Geschichte zu erzählen“ sagt er. Denn das liefere sofort Gesprächsstoff für das Date oder den Erstkontakt.

Der verräterische Hintergrund

Die Londonerin Fotografin Saskia Nelson erklärt in der britischen Zeitung „Guardian“, was ein gutes Online-Dating-Profilbild ausmacht. Einer ihr Tipps ist: Achten Sie auf den Hintergrund. „Ein großer Wäsche-Berg hinter dir in einer dreckig wirkenden Wohnung ist wenig schmeichelhaft für das Image.“ Solche Details würden keinen guten Eindruck hinterlassen.

Unscharfe Bilder vermeiden

Ein weiterer Tipp der Profi-Fotografin: Achten Sie darauf, dass die Fotos nicht unscharf sind. Auf dem Foto sollten sogar die Augen möglichst scharf sein. Das würde mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Bitte nicht von unten fotografieren

Bei Profis kann die Froschperspektive zwar kunstvoll wirken. Bei Laien sind die Fotos „von unten“ leider oft unvorteilhaft, da sie auftragen und unschöne Schattierungen werfen. Lieber auf Augenhöhe oder etwas erhöht fotografieren.

Das perfekte Selfie

Eine wissenschaftliche Studie der Stanford University in den USA hat untersucht, welche Selfies besonders beliebt sind. Dabei wurden folgende Merkmale herausgestellt: Das Gesicht muss ein Drittel des ganzen Bildes einnehmen, außerdem sollte der Kopf leicht geneigt sein. Das Gesicht muss in der Mitte oder am oberen Rand des Bildes sein und eine abgeschnittene Stirn scheint ebenso ein Erfolgsmerkmal zu sein. Überbelichtung, Rahmen und Filter bringen das gewisse Etwas ins Bild.

Unbeliebt hingegen sind Selfies mit wenig Licht und Supernahaufnahmen von Gesichtern. Wer sich nicht sicher ist, ob sein Selfie gut oder schlecht ist, der kann einen Tweet an den Twitter-Account @deepselfie schicken. Das Selfie wird nach den Vorgaben der Untersuchung analysiert und eingeordnet.

Wer nicht auf das Foto gehört

Auch wenn man selbst noch so gut auf dem Foto aussieht: Von Gruppenfotos sollte man lieber absehen. Schließlich kann der Betrachter nur schwer erraten, um wen es sich bei den Personen handelt. So kann das Bild mit der Schwester oder dem Bruder schnell als vermeintliche Romanze gedeutet werden.

Ein weiteres No-Go ist ein Bild mit den Eltern oder mit den Kindern. Die Familie hat erst einmal nichts mit dem Date zu tun und kann abschreckend wirken. Und dass ein Bild mit dem oder der Ex überhaupt nicht geht, muss sicherlich nicht erklärt werden.

„Eine andere Tendenz der letzten Jahre ist es, Bilder mit Tieren zu zeigen“, sagt Wenzel. „Was immer klar sein sollte: Damit zieht man auch Leute an, die sich für Ähnliches interessieren. Wer auf der Suche nach Hundeliebhabern ist, für den kann das ratsam sein." Alle anderen müssen sich überlegen, ob sie damit nicht unauthentisch wirken.

Bitte nicht übertreiben

„Bilder in Boxershorts mit sehnsüchtigem Blick erwecken bei Frauen eher Mitleid als wirkliche Anziehung“, erklärt Flirt-Experte Horst Wenzel. Auch Poser-Fotos mit Muskeln oder vor einem Auto seien No-Gos. Andersherum gilt gleiches für Frauen, die auf ihren Fotos mit zu tiefen Ausschnitten und kurzen Röcken aufwarten. Außer, man möchte gezielt solche Signale setzen.

Nicht zu viel Filter und Bearbeitung

Filter sind zwar eine tolle Erfindung, aber können im Übermaß schnell übertrieben. Peinlich wird es, wenn beispielsweise die Haut zu stark bearbeitet wird oder nur stümperhaft retuschiert. Schwarz-weiße Fotos wirken hingegen oft edel und verfeinern fast wie von selbst das Hautbild.

Bildauswahl

Ein Bild von sich zu zeigen, sei zu wenig, meint der Coach von der „Flirt-University“. Ein guter Schnitt seien vier bis fünf Bilder, auf denen man verschiedene Dinge sehen könne. „Eine gute Mischung ist zum Beispiel ein schickes Bild, bei Herren gerne in Anzug, bei Damen im Kleid, ein Urlaubsbild, wo man ein bisschen mehr vom Körper sieht und ein Action-Bild, das einem beim Sport oder beim Hobby zeigt." (red)