Für den Bundestagsabgeordneten Erwin Rüddel von der CDU ist der Grund für den massiven Pflegenotstand in Deutschland offensichtlich und ganz einfach zu bewältigen. Wie er in einem Tweet schreibt, müssten Politiker und Pflegende wieder anfangen, gut über ihren Beruf zu reden. Dann käme der Nachwuchs von ganz allein und es würden gute Zeiten für gute Pflege anbrechen. So viel zur Theorie des Vorsitzenden vom Gesundheitsausschuss im Deutschen Bundestag. Schaut man aber auf die tatsächlichen Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte wird schnell klar, dass Rüddels vorgeschlagene Imagekampagne das Problem nicht lösen wird.

Wie aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervorgeht, ist allein in Berlin die Arbeitsbelastung für Pflegekräfte in Krankenhäusern in den vergangenen 25 Jahren gewaltig angestiegen. Während die Krankenhausfälle in der Hauptstadt seit 1991 um 35 Prozent gestiegen sind, wurden gleichzeitig Pflegestellen im großen Umfang gekürzt. Letztes Jahr fielen in Berlin durchschnittlich 60 Patienten auf eine einzige Pflegekraft. Aufgrund der weitreichenden Versäumnisse in der Gesundheitspolitik leiden Pflegende heute unter extremer Überlastung.

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