Sich Gedanken darüber zu machen, wofür man das Handy benutzt, kann die Auswahl des Anbieters vereinfachen.
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BerlinWer nur gelegentlich zum Handy oder Smartphone greift, um kurze Anrufe zu tätigen oder den Wetterbericht online aufzurufen, muss keinen Vertrag mit Grundgebühr oder Mindestumsatz abschließen. Wenigtelefonierern genügt oft eine Prepaid-SIM-Karte, die sie mit einem Guthaben aufladen. Dieses Guthaben kann für Gespräche, SMS oder Online-Datenvolumen verwendet werden. Der Preis für ein einmütiges Telefonat oder eine SMS ist moderat und liegt bei Prepaid-Tarifen in der Regel zwischen sechs und neun Cent.

Dafür sind Extras wie Daten- oder Roaming-Pakete, die zusätzlich gebucht werden können, vergleichsweise teuer. O2-Kunden zahlen für 400 MB Datenvolumen zum Beispiel 2,99 Euro, bei Lidl Connect kosten 500 MB 3,99 Euro. Vorsicht: Manche Unternehmen sperren Prepaid-Karten, wenn sie eine Zeitlang keine Umsätze oder Aufladungen über die SIM verbuchen.

Die Alternative: Flatrate-Tarife

Smartphone-Besitzer, die ihr Gerät regelmäßig in die Hand nehmen, sind mit einem einfachen Vertrag häufig besser beraten. Für einen monatlichen Grundbetrag erhalten sie eine Telefon- und SMS-Flatrate sowie ein ein oder mehrere GB großes Datenvolumen. Nach Verbrauch des Inklusivvolumens wird entweder ein Datenpaket kostenpflichtig nachgebucht oder die Surfgeschwindigkeit gedrosselt. Derzeit sind solche Flatrate-Tarife schon ab 5,99 Euro/Monat zu haben. Allerdings nutzen Discount-Marken wie sim.de, Aldi Talk, Simyo oder Blau das vor allem in ländlichen Gebieten eher löchrige O2-Netz für ihre Dienste. Der Preis für ein Angebot im besseren Telekom- oder Vodafone-Netz beginnt bei rund zehn Euro.

Ab einem Festpreis von etwa 15 Euro (O2-Netz) oder 20 Euro (Telekom- oder Vodafone-Netz) gibt es kaum noch Limitierungen. Im Unterschied zu kostengünstigeren Tarifmodellen steht den Kunden ein noch größeres Datenkontingent und eine höhere Verbindungsgeschwindigkeit zur Verfügung. Oft ist auch EU-Roaming inklusive, sodass für Telefonate, geschriebene SMS und Internetzugang innerhalb der Europäischen Union keine weiteren Kosten anfallen. Ab etwa 50 Euro ist dann auch noch ein unbegrenztes Datenvolumen im Inland inklusive.

Neue Tarifkonzepte könnten zu noch mehr Chaos führen

Abseits der gängigen Prepaid- oder Vertragsangebote versuchen die Mobilfunkanbieter gerade, neue Kunden mit neuen Bezahlmodellen zu generieren. Nicht zuletzt aufgrund der Ankündigung des Bundesjustizministeriums, die Laufzeiten von Handyverträgen auf maximal ein Jahr begrenzen zu wollen, werden die Dienstleister in den kommenden Monaten sicher weitere neuartige Tarifkonzepte vorstellen. Das wird zwar sicher spannend, macht den Handytarif-Dschungel aber wohl noch unübersichtlicher.