UN-Gipfel: Klimarettungsversuch - "Occupy Durban!"

Durban - Es könnte brenzlig werden beim Klimagipfel. So richtig heiß. „Occupy Durban!“ forderte Costa Ricas Ex-Präsident José María Figueres jüngst von den Delegierten der am stärksten vom Klimawandel gebeutelten Staaten. „Wir brauchen eine Botschaft der Solidarität dieser Länder, die am meisten betroffen sind.“ Denn: „Sie gehen von Konferenz zu Konferenz ohne Antworten auf die drängenden Themen.“

Es zeichnet sich ein Showdown ab auf dem Weltgipfel im südafrikanischen Durban, der am heutigen Montag beginnt. Ein Showdown zwischen den Opfern des Klimawandels in den armen „Südstaaten“ – etwa in Afrika und im Pazifik– und den notorischen Verhandlungsbremsern aus dem Norden, den Industrienationen und den aufstrebenden Schwellenländern wie China. Am Ende wird sich zeigen, ob es überhaupt lohnt, den Kyoto-Weg weiter zu gehen.

"Klimawandel nicht mehr auf politischer Agenda"

Figueres’ Appell könnte Wirkung zeigen. Seyni Nafo, Sprecher der afrikanischen Länder, sympathisiert damit: „Wir verstehen die Situation Europas und Japans“, sagt er. Eurokrise, Erdbeben, Fukushima, das alles koste dort viel Geld und politische Energie. „Es scheint, dass die Bekämpfung des Klimawandels nicht mehr auf der globalen Agenda steht.“ Man müsse deswegen Aktionen erwägen, die sie zurück in die Öffentlichkeit rufen. Ein Delegierter aus der Entwicklungsländergruppe der „G.77“ weiß: „Es gibt Überlegungen unter Delegierten, die Tagungsräume zu besetzen. Es müsste gut geplant sein, um etwas bewirken zu können.“

Tausende Delegierte und Beobachter aus 195 Staaten treffen sich in der Hafenstadt Durban. Zwei Wochen wird verhandelt, wie jedes Jahr im Herbst. Es ist bereits die 17. Weltklimakonferenz. Fast zwei Jahrzehnte sind seit dem legendären Gipfel von Rio 1992 vergangen, bei dem man feierlich beschloss, Entwicklung und Umwelt zu versöhnen – und vor allem den Klimawandel beherrschbar zu halten.

2012 aber läuft das Kyoto-Protokoll, das die Industriestaaten zur CO2-Reduktion um rund fünf Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990 verpflichtete, aus. 2009 scheiterte die Staatengemeinschaft auf dramatische Weise damit, in Kopenhagen einen