Köln - Vor ein paar Monaten erschreckte ein gruseliges Whatsapp-Konto zahlreiche Nutzer. Angeblich tauchte eine unbekannte Nummer unter dem Namen „Momo“ in Kontaktlisten auf. Das dazugehörige Profilbild war das furchteinflößende, verzerrte Gesicht einer Frau. Jetzt soll die Grusel-Fratze einen eigenen Film bekommen, das berichtet das Medienmagazin „Deadline“

Betroffene Whatsapp-Nutzer berichteten davon, dass „Momo“ ihnen unheimliche Nachrichten schicke, in denen sie zum Beispiel erzählt sie sei gestorben. Manche User behaupteten sogar auch Fotos oder sogar Sprachnachrichten erhalten zu haben, in der eine verzerrte Stimme zu ihnen spricht.

Die Produktion des Films soll demnach von Orion Pictures“, Roy Lees „Vertigo Entertainment“ und Produzent Taka Ichise übernommen werden.

Die Kombination der Produzenten verspricht äußerst furchteinflößend zu werden, schließlich waren Lee und Ichise bereits für die Produktion des Horror-Streifens „Der Fluch“ („The Grudge“) verantwortlich. Über den Inhalt von „Momo“ ist bislang noch nichts bekannt, auch der Titel bleibt bisweilen einen Geheimnis.

„Momo“ ist eigentlich Kunst

Weniger geheimnisvoll ist die Frage nach dem Ursprung des gruseligen Gesichts. Bei „Momo“ handelt es sich um eine Skulptur, die schon vor zwei Jahren in einer japanischen Galerie ausgestellt wurde. Die Vanilla-Galerie in Tokio ist für ihre ungewöhnlichen Ausstellungsstücke bekannt.

In einem Interview mit „The Sun“ verriet der Keisuke Aiso, der Mann, der das Kunststück erschaffen hatte, dass er sich für die Momo-Challenge verantwortlich fühle. Er habe die Skulptur mittlerweile sogar zerstört - das Gebilde aus Gummi und Öl sei verfault. Der Künstler erklärte Anfang des Jahres: „Sie existiert nicht mehr. Sie war nie dazu bestimmt, lange zu halten. Sie ist verfault – und ich habe sie weggeworfen.“

Die Skulptur stellte übrigens eine Figur aus dem japanischen Volksglauben dar, einen sogenannten Yōkai. Das sind dämonenähnliche Fabelwesen, die den Menschen meist moralische Lehren erteilen sollen. Der Yōkai auf dem die „Momo“-Skulptur beruht wird Ubume genannt, wobei der Name zwei verschiedene Yōkai beschreibt.

Ursprung des „Whatsapp“-Schrecks bleibt unklar

Einmal den Geist einer Frau, die kurz vor, während oder nach der Geburt ihres Kindes gestorben ist und in dunklen regnerischen Nächten erscheint, um nach Hilfe zu rufen. Sowie einen bösartigen Vogel, der nachts Kinder entführt. „Momo“ scheint also eine Kombination aus beiden Ubume-Variationen darzustellen. Im Original hatte die Skulptur auch noch kräftige Vogelfüße.

Die Internetseite steemit will herausgefunden haben, dass „Momo“ ursprünglich als Scherz zwischen einigen Freunden in Japan entstanden ist, sich dann irgendwie verselbstständigt hat und zu diesem gruseligen Phänomen geworden ist. Der genaue Ursprung von „Momos“ Whatsapp-Account bleibt aber wohl ungeklärt.

(dhu)