Es gibt inzwischen viele Möglichkeiten der Kommunikation: Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) zeigt sich bei einem Termin in einem Studio vor der Kamera, während  die EU-Kommisssarin Adina Valean per Video zugeschaltet ist. 
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BerlinDie großen Tech-Konzerne gehen davon, dass die Möglichkeit des Homeoffice nicht so schnell wieder weggehen wird. Microsoft, Google und Zoom tüfteln ständig daran, ihre Kommunikationsangebote zu verbessern. Fast täglich informieren sie über neue Möglichkeiten. Die Mitarbeiter sind oft dort aktiv, wo sie auch wohnen. Und nicht im Büro. 

Auch in Deutschland haben die vergangenen Monate gezeigt, dass es alternative Arbeitsformen gibt - jenseits des Firmenbüros. Der Digitalverband Bitkom hat sich für eine Studie genauer umgehört und die Meinung von mehr als 1000 Unternehmen eingeholt. Die erste Erkenntnis: Die Deutschen gelten zwar nicht als besonders innovativ, wenn es um digitale Produkte geht, aber das vernetzte Arbeiten von zu Hause aus haben sie ganz gut hinbekommen.  In diesem Jahr ist auch der Anteil jener Unternehmen deutlich gestiegen, die eine Strategie zur Bewältigung des digitalen Wandels verfolgen: von 68 Prozent im Jahr 2018 auf 75 Prozent im Jahr 2020. Dazu passt, dass 38 Prozent der Unternehmen mehr Geld für die Digitalisierung ausgeben wollen als im Vorjahr.

Wohin das führen soll, zeigen weitere Zahlen: Neun von zehn Geschäftsführern und Vorständen in Deutschland (86 Prozent) sagen, dass ihr Unternehmen das Ziel hat, Briefpost durch digitale Kommunikation zu ersetzen. Das ist doppelt so viel wie 2018, als es noch 43 Prozent waren. Peter Collenbusch, Vorsitzender des Kompetenzbereichs „Digital Office“ bei dem Bitkom-Verband, schließt daraus, dass das Ende der Zettelwirtschaft erreicht sei. Papierstapel, Briefe und Aktenordner haben ausgedient. Was die Zahlen aber auch zeigen: Die eigentlich als antiquiert geltenden Fax-Geräte sind offensichtlich in vielen Büro noch notwendig. 

Eine Steigerung gibt es auch bei der Nutzung mobiler Arbeitsgeräte. 55 Prozent aller Festangestellten nutzen Smartphones, Tablets oder Notebooks. 2018 waren es noch 48 Prozent. Die Unterschiede zwischen den Branchen sind groß: Bei Banken und Finanzdienstleistern verfügen sogar 93 Prozent der Festangestellten über ein mobiles Arbeitsgerät, 89 Prozent sind es bei Versicherungen. Bei der Öffentlichen Verwaltung  nutzen nur 40 Prozent der festangestellten Mitarbeiter ein mobiles Arbeitsgerät für geschäftliche Zwecke.

Aber wie geht es weiter, jetzt, wo die Infektionszahlen wieder steigen, die U-Bahn voller sind und der Weg ins Büro mühsamer wird? Collenbusch erinnert daran, dass digitale Büros eine höhere Flexibilität ermöglichen. Als Beispiel nannte er die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Seine Empfehlung: Unternehmen sind gut beraten, wenn sie eine flexible Arbeitsfähigkeit aufrechterhalten.