Auf den ersten Blick waren es drei mickrige Fossilien, die Anatoli Derevianko und Michael Shunkov vor vier Jahren in der Denisova-Höhle im südsibirischen Altai-Gebirge entdeckten. Ein winziges Stück Fingerknochen und zwei Backenzähne holten die Professoren der Russischen Akademie der Wissenschaften aus der Erde. Die Funde stammten aus einer Schicht, deren Alter auf immerhin 30 000 bis 50 000 Jahre geschätzt wird.

Schon bald zeigte sich, dass die unscheinbaren Fossilien wahre Perlen der Paläoanthropologie sind. Denn ihr Erbmaterial DNA ist außerordentlich gut erhalten. Svante Pääbo und sein Team vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig untersuchten die DNA und es stellte sich heraus, dass die Zähne und der Fingerknochen zu einer bis dahin unbekannten frühen Menschenart gehörten, die neben dem Homo sapiens und dem Neandertaler lebte – den Denisova-Menschen. Vor zwei Jahren machte diese Nachricht die Runde. Es war das erste Mal, dass ein ausgestorbener Verwandter des Menschen nicht anhand seiner knöchernen Überreste und seiner Gestalt identifiziert wurde, sondern anhand seines Erbmaterials.

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