Eine Wasserstoff-Anlage von voestalpine.
Foto: voestalpine

Linz/Duisburg Der größte deutsche Stahlhersteller hat am Montag in seinem Duisburger Werk einen Versuch gestartet, in einem Hochofen Kohlenstaub teilweise durch Wasserstoff zu ersetzen. «Wir leisten hier Pionierarbeit», sagte Thyssenkrupp-Stahlchef Premal Desai. Als erstes Unternehmen weltweit blase Thyssenkrupp Wasserstoff statt Kohle in einen laufenden Hochofen. Am Ende des Umbaus der Produktion werde «grüner Stahl stehen».

Voestalpine hat am Montag eine Pilotanlage zur weniger umweltschädlichen Stahlproduktion in Betrieb genommen. Es handle sich bei dem 18-Millionen-Projekt um die weltweit größte Wasserstoff-Elektrolyse-Anlage zur CO2-freien Stahlerzeugung, teilte das Unternehmen in Linz mit. Angesichts der Klimaziele prüfe der Konzern damit die Umsetzbarkeit einer Hybridtechnologie zwischen den mit Koks und Kohle befeuerten Hochöfen sowie Elektrolichtbogenöfen, die mit Strom und Wasserstoff aus erneuerbarer Energie betrieben werden sollen, hieß es.

Ziel von Voestalpine sei es, die unternehmensspezifischen Kohlendioxid-Emissionen bis in etwa 15 Jahren um ein Drittel zu senken. Voraussetzung sei, dass ausreichend erneuerbare Energie zu angemessenen Preisen zur Verfügung stehe, sagte Voestalpine-Chef Herbert Eibensteiner.

In der Anlage, deren Herzstück von der Siemens AG kommt, wird mit Hilfe von erneuerbarer Energie Wasser in seine Grundkomponenten Wasserstoff und Sauerstoff gespalten. Wasserstoff soll die fossilen Energieträger langfristig verdrängen. Voestalpine ist ein wichtiger Zulieferer nicht zuletzt in der Bahn- und Flugzeugindustrie.