Forscher glauben, das Geheimnis des legendären Voynich-Manuskripts gelüftet zu haben. Dabei handelt es sich um ein Buch, das der Antiquar Wilfried Michael Voynich 1912 in einem Jesuitenkolleg in Italien entdeckt hatte. Es besteht aus 246 Seiten mit unverständlicher Schrift und Bildern von unbekannten Pflanzen, Tieren, kosmologischen Systemen und Badenden. Sämtliche Versuche, den Inhalt des wahrscheinlich im 15. Jahrhundert entstandenen Buches zu dechiffrieren, sind bisher fehlgeschlagen.

Nun behaupten zwei US-amerikanische Forscher, das Buch stamme aus Mexiko. Der Botaniker Arthur Tucker und der Informatiker Rexford Talbert glauben, dass 37 der 303 Bilder mittelamerikanische Pflanzen darstellen. Auch sechs Tiere wollen sie identifiziert haben. Die Zeichnungen erinnern sie an mexikanische Schriften aus dem 16. Jahrhundert. Im Text erkannten die Forscher mehrere Wörter der alten Aztekensprache Nahuatl. Über diese könnte man vielleicht den Voynich-Code knacken, schreiben sie im Journal HerbalGram.

Andere Forscher sind skeptisch. Für sie ist dies nur eine weitere Theorie unter vielen. Der deutsche Kryptologe Klaus Schmeh verweist auf bisher etwa 30 Dechiffrierungs-Versuche. Ein Forscher beschrieb diese mit dem Gleichnis von drei blinden Männern und einem Elefanten. Der eine berühre ein Bein und denke, es sei ein Baum. Der andere ertaste ein Ohr und meine, es handle sich um einen Fächer. Der dritte fasse nach dem Schwanz und glaube, es sei ein Seil. Nun seien Tucker und Talbert gefragt, schreibt Schmeh. „Sie müssen eine nachvollziehbare Entschlüsselung eines Buchabschnitts liefern.“