Anonymisierte Handydaten werden bereits verwendet.
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BerlinVon der Kanzlerin stammt der Satz, dass das Ausspähen unter Freunden gar nicht gehe. Sie sagt ihn vor sieben Jahren, der US-Geheimdienst hatte Angela Merkels Handy gehackt und sich die Daten genauer angesehen. Das Bewegungsprofil vielleicht auch. Merkel erhielt viel Verständnis für ihren Unmut. Und jetzt? Suchen vor allem konservative Politiker nach Möglichkeiten, um mithilfe persönlicher Smartphone-Daten die Corona-Pandemie zu stoppen.

Ablenkung von Behördenfehlern

Aber das geht zu weit. Die Freiheitsrechte sind schon jetzt massiv eingeschränkt. Die Bevölkerung hat es trotzdem stillschweigend akzeptiert, dass anonymisierte Handydaten verwendet werden dürfen, um zu sehen, ob die Bürger wirklich zu Hause bleiben. Aber damit genug.

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Wer genauer hinsieht, bekommt den Verdacht, dass mit der Forderung auch von Behördenfehlern abgelenkt werden soll. Wie kann es sein, dass es Gesundheitsämter gibt, die bei der Datenerhebung noch mit Faxgeräten arbeiten müssen? Ein anderer Punkt: Warum fehlt die technische Ausstattung für bundesweite Corona-Tests? Dazu kommen Smartphones und Apps als Risikofaktor. Europol hat gerade darauf hingewiesen, dass auch Hacker die Krisenzeiten für neue Attacken nutzen.

Weil oft gefragt wird, was nach der Pandemie kommt: Social distancing wird ein großes Thema in unserer Gesellschaft bleiben. Abstand halten also. Das klingt einfach, aber jeder Aufenthalt im Supermarkt beweist zurzeit das Gegenteil. Was wir also in Zukunft gut gebrauchen könnten, sind Abstandsmelder, so wie sie schon in Autos zu finden sind. Damit wir lernen, der Gefahr aus dem Weg zu gehen.