Wealth Generators, Bitclub Network, Kairosplanet: Vom schnellen Geld im Internet sollte man lieber die Finger lassen

Sie haben Namen wie Wealth Generators, Bitclub Network oder Kairosplanet. Sie werben mit sogenannten Erklärvideos auf Youtube und suchen über soziale Netzwerke gezielt Leichtgläubige, denen leicht und schnell verdientes Geld versprochen wird. Wer Mails von ihnen bekommt, sollte die Finger von ihren Angeboten lassen und die nächstgelegene Verbraucherzentrale informieren.

In Frankfurt sitzt dazu Wolf Brandes. Der Verbraucherschützer ist dort Chef des Marktwächterteams Finanzen sowie Spezialist in Sachen dubioser Geldanlagen im Internet, und er hat vor allem eine Botschaft: „Sie sehen ihr Geld nie wieder.“ Das gelte vor allem, wenn besagte Anbieter im Ausland sitzen.

Opfer holen sich ihr Geld meist nicht zurück

Beliebt ist Panama. Weil sich Beschwerden über Anbieter dubioser Geldanlagen im Internet bundesweit immer mehr häufen, haben auf Finanzen spezialisierte Verbraucherschützer gut 50 häufig genannte Webseiten so genau unter die Lupe genommen, wie es geht. Manche Spur bleibt vage, weil über die Hälfte der Anbieter ohne Impressum arbeitet. Gut zwei Drittel der untersuchten Domains seien im Ausland registriert, mehrere sogar bei ein und derselben Postfachadresse in Panama. „Verbraucher hätten große Schwierigkeiten, ihre Rechte hier durchzusetzen.“

Geschädigte würden es meistens auch gar nicht versuchen, vor allem so lange es um kleinere Summen von einigen hundert Euro gehe, und das sei oft der Fall. Dabei würden Opfer nicht mehr nur im Gießkannenprinzip per Spammail angelockt, sondern immer öfter auch ganz gezielt dort, wo Not herrscht und sich Gefährdete konzentrieren. Brandes nennt einen Fall. In einem Forum für Spielsucht sei ein Teilnehmer namens „Helping Hands“ aufgetaucht. Er habe der dortigen Klientel angeboten, ihre Verluste per Einstieg in ein Geldanlagemodell zu kompensieren.

Es fällt schwer, Anbietern das Handwerk zu legen

Wer sich auf solche Verlockungen einlässt, die oft mit haltlosen Renditeversprechen von bis zu 20 Prozent garniert werden, muss aber erst einmal Vorkasse leisten. Mitunter werde das mit einer Art Mitgliedsgebühr oder als Unkostenbeitrag für eine Schulung begründet. Verlangt würden oft kleinere Summen von 100 oder 200 Euro, die Einzelne immer wieder riskieren und wegen der man nicht vor den Kadi zieht. „Aber Kleinvieh macht auch Mist“, sagt Brandes.

Hellhörig machen sollte aber auch die Art der Modelle, die bei den Geschäften per Internet präsentiert werden. Abgesehen von angeblich raffinierten Geldanlagen und monatlichen Einzahlungen, schließen die Methoden auch das Werben neuer Teilnehmer und damit offensichtliche Schneeballsysteme ein. Es gibt aber auch Fälle, in denen für Klicks auf Werbeanzeigen und das damit verbundene Hochtreiben von Klickraten ein hohes Einkommen versprochen wird. Bevor man die Listen der anzuklickenden Anzeigen im Internet bekommt, ist aber wiederum erst einmal Vorkasse fällig.

Solch dubiosen Anbietern das Handwerk zu legen, ist schwierig. Mit Facebook sind die Verbraucherschützer in Kontakt, zumal sich das soziale Netzwerk jüngst eine Selbstverpflichtung auferlegt hat, gegen illegale Finanzwerbung vorzugehen. Das Probleme sei, dass Facebook viele Fälle von Opferwerbung auf den eigenen Seiten nicht als Werbung anerkennt, bedauert Brandes. Die Anbieter würden nämlich keine bezahlten Anzeigen schalten, sondern über eigene Facebook-Accounts als dortiges Mitglied aktiv werden.