London - Die Abholzung des Regenwalds sorgt nach einer neuen Studie für weniger Niederschlag und macht die Tropen somit trockener. Britische Forscher untersuchten großflächig den Zusammenhang von Regen und Vegetation mit Hilfe von Satellitendaten - und ihre Beobachtungen bestätigten Klimamodelle. Für mehr als 60 Prozent der tropischen Landfläche gilt demnach: Luftmassen, die über stark bewachsene Flächen gezogen waren, produzierten doppelt so viel Regen wie die, deren Weg über eher kahle Gebiete geführt hatte, schreibt das Team um Dominick Spracklen von der Universität in Leeds. Die Ergebnisse veröffentlichten die Forscher im Fachjournal „Nature“.

Die Wissenschaftler werteten für ihre Studie Daten von Satelliten sowie vom Blattflächenindex (LAI = leaf area index) aus. Dieser Index gibt Auskunft über die Dichte des Waldes - er berechnet sich aus Blattfläche pro Einheit Bodenoberfläche. Die Forscher untersuchten die tropischen Regenwälder im brasilianischen Minais Gerais, am Amazonasbecken, im afrikanischen Kongobecken und im Süden Kongos.

Globale Auswirkungen bleiben nicht aus

Die Folgen des ausbleibenden Niederschlags sind abzusehen: Es drohen Dürreperioden und dadurch bedingte Feuersbrünste. Durch das fehlende Wasser wird sich die Baumsterblichkeitsrate mit hoher Wahrscheinlichkeit erhöhen. Auch Folgen für das große Artenreichtum werden wohl nicht ausbleiben. Ebenso folgen zusätzlich globale Auswirkungen: Forscher nehmen an, dass die globale Temperatur um weitere 3° Celsius steigen wird.

Ein Szenario der Forscher für das Jahr 2050 im Amazonasbecken ergab: Wenn weiter so viel Regenwald abgeholzt wird wie seit Beginn der 2000er Jahre, wird sich der Niederschlag während der Regenzeiten um 12 Prozent reduzieren und während der Trockenzeit um 21 Prozent. (dpa)

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