Leibniz hat geschrieben und geschrieben, Seite um Seite, Jahr für Jahr, meist in Latein, Französisch und Deutsch. Über höhere Mathematik, Philosophie, Medizin, Technik, Sprachwissenschaften, Physik, Theologie, Politik, Geschichte. Dabei war Gottfried Wilhelm Leibniz von einem ganz anderen Fach, ein promovierter Jurist. Wie umfassend seine Gedanken waren, wie gern er sich austauschte, diskutierte und stritt, ließ sich schon zu seinen Lebzeiten erahnen. Er pflegte etwa 1 100 Briefkorrespondenzen. Die Briefe, die Leibniz an seine Briefpartner weltweit verfasste, schrieb er für sich selbst noch einmal ab.

Viele dieser Korrespondenzen wurden nach seinem Tod in seinem Nachlass entdeckt. „Insgesamt sind es etwa 15.000 Briefe. Doch sein gesamter Nachlass an Aufzeichnungen ist noch viel größer: etwa 200.000 Blatt“, sagt Harald Siebert. Er leitet die Berliner Arbeitsstelle für die Edition der Leibniz-Schriften an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Siebert und seine beiden Mitarbeiter erstellen eine textkritische Fassung der naturwissenschaftlichen, medizinischen und technischen Schriften von Leibniz. Seine Aufzeichnungen wurden bereits Anfang des 19. Jahrhunderts erschlossen, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg bannte man sie auf Mikrofilme. Alle originalen Handschriften lagern in der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek in Hannover, mittlerweile können sie sogar online abgerufen werden. Seit 2007 gehört der Nachlass von Leibniz zum Unesco-Weltdokumentenerbe.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.