Seit anderthalb Jahrzehnten gibt es YouTube, dementsprechend groß ist die Auswahl an Videos. 
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BerlinDie gute Nachricht gleich vorweg: Das deutsche Urheberrecht erlaubt die Erstellung einer Privatkopie von urheberrechtlich geschützten Werken. User können also gefahrlos Online-Filme auf die Festplatte laden und offline anschauen.

Das Original darf allerdings nicht von einer „offensichtlich illegalen Quelle“ wie etwa einer einschlägigen Tauschbörse stammen. Bei YouTube handelt es sich um eine legale Quelle, da jeder Nutzer freiwillig seine Videos dort hochlädt. Die Kopie darf allerdings weder weiterverkauft noch öffentlich vorgeführt werden.

Zwar verbieten bekannte Video-Plattformen wie YouTube und Dailymotion in ihren Nutzungsbedingungen das Herunterladen ihrer Inhalte, doch Juristen sehen darin keine rechtliche Hürde. Schließlich müsse der User weder die AGB akzeptieren noch technische Schutzmaßnahmen umgehen, um Filme abzuspielen. Damit seien sie praktisch frei verfügbar, so die Argumentation. Abgesehen davon können die Regeln der Dienste das Recht auf Privatkopie ohnehin nicht aushebeln.

Viele Musiker laden ihre Musik meist selbst auf YouTube hoch. Auch dann ist eine private Kopie erlaubt. Sollte einmal ein Musikvideo von einer Person hochgeladen werden, die nicht die Rechte daran besitzt, machen Sie sich mit dem Download allerdings nicht strafbar. Als Nutzer können Sie davon ausgehen, dass YouTube zweifelsfrei legalen Inhalt anbietet und illegalen löscht.

Völlig unproblematisch ist ein Download von gemeinnützigen Seiten wie archive.org oder vimeo.com/creativecommons. Dort sammeln sich Videos, die von deren Urhebern freigegeben wurden oder deren Copyright abgelaufen ist. Damit gibt es keine rechtliche Grundlage, den Download zu beanstanden.

Bei archive.org lassen sich die Filme über die Box „Download Options“ direkt sichern. In der Regel wird für die Erstellung einer digitalen Kopie jedoch spezielle Software benötigt. Dabei handelt es sich um eigenständige Programme oder Erweiterungen für den Browser.

Gerade für YouTube-Inhalte gibt es eine große Auswahl an einfach zu handhabenden Anwendungen. Die kostenlose Light-Version von save2pc (save2pc.com) etwa erlaubt das Speichern eines Clip als AVI-, MPEG- oder FLV-Datei. Dazu muss der Nutzer lediglich den Link zum Video in eine dafür vorgesehene Zeile einfügen.

Filme von weiteren Portalen zu speichern, ist nur mit der 30 Dollar teuren Standard-Edition möglich – oder man kann beispielsweise zur Freeware-Alternative ClipGrab (clipgrab.de) greifen. Das Tool holt auf Wunsch Clips von YouTube, MyVideo, DailyMotion, Vimeo und MySpass auf den Rechner. Im Gegensatz zu save2pc ist es nicht nur für Windows, sondern auch für macOS und Linux erhältlich.

Von der Benutzung eines Online-Dienstes zum Download von Web-Videos ist übrigens abzuraten. Hier ist die rechtliche Lage nicht so eindeutig wie bei Software-Lösungen.