CHARLOTTENBURG. Besucher von Schloss Charlottenburg dürfen nur einen Teil des Mausoleums im Schlosspark besichtigen: die prächtige Gedächtnishalle mit den vier Grabdenkmälern für König Friedrich Wilhelm III., seiner Gemahlin Luise sowie für das erste deutsche Kaiserpaar Wilhelm und Augusta. Die darunter liegende Hohenzollerngruft mit den Särgen des Königs- und des Kaiserpaars sowie dem im Boden eingelassenen Herz Friedrich Wilhelm IV. ist für das Publikum gesperrt. Schlosskastellan Rudolf Scharmann: "Es gab viel Vandalismus, die Särge waren beschmiert und besprüht worden, sogar Teile wurden abgebrochen."Jetzt wird die Gruft aber für kurze Zeit für Besichtigungen freigegeben: Bis zum 31. März können die Besucher einen Blick auf die letzten Ruhestätten der Hohenzollern werfen. Allerdings versperrt aus Sicherheitsgründen ein schmiedeeisernes Gitter hinterm Vorraum den Weg zu den Zinksärgen von König und Kaiser und ihren Gemahlinnen. Im Vorraum selbst befinden sich die Sarkophage der zweiten Gemahlin Friedrich Wilhelm III., Auguste Fürstin von Liegnitz, und des Prinzen Albrecht, jüngster Sohn Friedrich Wilhelm III. und Luises.Der anlässlich des frühen Todes der beliebten Preußenkönigin (1776-1810) angelegte Grabbau wurde mehrfach erweitert, zum ersten Mal 1841 nach dem Tod Friedrich Wilhelm III. durch Karl Friedrich Schinkel. Bis 2010, zum 200. Todestag von Königin Luise, soll das Bauwerk nun vollständig saniert werden, auch die Gartenanlagen im Umfeld werden neu gestaltet. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten hat dafür rund 715 000 Euro eingeplant."Feuchtigkeit der Luft und eindringende Nässe haben dem Mausoleum zugesetzt", sagt Steffen Domalski von der Baudenkmalpflege der Stiftung. Besonders in den Übergangsmonaten im Frühjahr und Herbst gebe es starke Temperaturschwankungen, deshalb würden Maßnahmen zur Verhinderung von Kondensatbildung sowie der Einbau eines Windfangs geprüft. Im Innenraum der Gedächtnishalle sollen laut Steffen Domalski die schadhaften Stellen an den Wänden beseitigt werden, Ausbesserungsarbeiten am Dach und an der Fassade sind ebenfalls vorgesehen. Der Besucherservice soll durch die Gestaltung eines neuen Kassenraumes verbessert werden. In der unmittelbaren Umgebung entsteht außerdem eine behindertengerechte Toilettenanlage."Die ersten Arbeiten werden voraussichtlich im dritten Quartal beginnen, gegenwärtig sind wir noch in der Planungsphase", sagt Domalski. Die Sanierung erfolgt nach seinen Angaben bei laufendem Betrieb: "Es kann nur sein, dass kurzzeitig einige Teile des Mausoleums gesperrt werden müssen."Zum Luisen-Jubiläum ist eine große Ausstellung im Schloss Charlottenburg geplant, wo die Königin Räume im Neuen Flügel bewohnte. "Die Ausstellung beschäftigt sich mit dem Leben und dem Mythos von Luise", sagt Kastellan Scharmann. Die Sonderschau werde im März 2010 eröffnet, das genaue Datum stehe aber noch nicht fest. Weitere Jubiläums-Ausstellungen finden auf der Pfaueninsel statt, wo die Königin mit Familie gern den Sommer verbrachte, und auf Schloss Paretz in Brandenburg.------------------------------Italienischer BarockDas Schloss Charlottenburg wurde zwischen 1695 und 1699 im Auftrag von Sophie Charlotte, der Gattin des Kurfürsten Friedrich III., im Stil des italienischen Barock errichtet. In den ausgedehnten Schlosspark kamen auch die Anwohner angrenzender Viertel.Das Mausoleum im Schlosspark ist bis zum 31. März täglich außer Montag von 12-17 Uhr geöffnet (letzter Einlass 16.30 Uhr), danach bis 31. Oktober täglich außer Montag, 10-18 Uhr (letzter Einlass 17.30 Uhr). Eintritt: zwei Euro, ermäßigt 1,50 Euro, Tageskarte fürs Schloss: zwölf, ermäßigt neun Euro.------------------------------Karte : Das Mausoleum im Schlosspark------------------------------Foto (2) :Früher Tod: Die im Alter von 34 Jahren gestorbene preußische Königin Luise (1776 - 1810) fand ihre letzte Ruhestätte in einem schlichten Zinksarg in der Hohenzollerngruft im Schlosspark Charlottenburg. Das Porträt zeigt die Königin als 25-Jährige.