Auf seiner Website bietet Peter Falk selbstgefertigte Zeichnungen und Porträts an. Sie heißen "Mädchen im Badeanzug", "Mein Lieblingssessel" oder "Drei Turnschuhe". Die Arbeiten kosten mehrere hundert Dollar. Genau 400 Dollar kostet ein Selbstporträt als Inspektor Columbo. "Warum sollte ich damit hadern, dass ich für alle Welt Columbo bin?", sagt Peter Falk. "Das ist nicht das gleiche wie Krebs zu haben. Ich habe einen Haufen Geld damit verdient." Ein einziges Bedauern räumt er ein: Es hätte ihn vielleicht einen besseren Schauspieler werden lassen, hätte er sich auf eine größere Bandbreite an Rollen eingelassen.Dies ist allerdings die Rhetorik des Understatement, die Peter Falk zu eigen ist und die den Schauspieler zu einem der amüsantesten Interviewpartner im Filmgeschäft macht. So pflegt er zu sagen: "Geld allein macht nicht unglücklich." Er war bereits zwei Mal für den Oscar nominiert, bevor an die Serie auch nur zu denken war. Dass der Independent-Regisseur John Cassavetes mit "Ehemänner" und "Eine Frau unter Einfluss" in den siebziger Jahren zwei Meisterwerke filmischer Improvisation schaffen konnte, verdankt sich auch der Mitarbeit seines engen Freundes Peter Falk, der in beiden - und weiteren - Filmen Hauptrollen übernahm.Export in 80 LänderDoch die Wirkung der Serienfigur Columbo, die in 80 Länder exportiert wurde, konnte Peter Falk naturgemäß nicht mehr übertreffen. Falk spielte den zerfahrenen Inspektor nur, weil sich Bing Crosby, der ursprünglich für die Rolle vorgesehen war, nicht vom Golfplatz fortbewegen mochte. Falk machte den klassischen hard-boiled Ermittler amerikanischer Prägung vergessen und ersetzte ihn durch den Tüftler und Denker, der sich in der Larve des Trottels verbirgt. Die Kunst der kalkulierten Selbstherabsetzung hat dieser Schauspieler zur Perfektion getrieben. Die kleinen Macken, die Zigarren, der Hund "Hund" sowie die abwesende Mrs. Columbo, das alles waren lediglich Requisiten. Gegen einige von ihnen wehrte sich der Schauspieler, der für den Geschmack der Autoren ohnehin zu viel in die Bücher hineinredete. Seinen Trenchcoat hatte er ganz bewusst gewählt: "Ich habe ihn im Jahre 1958 gekauft und dann für meine Rolle als Columbo bis 1989 getragen. Dieser Mantel hat also sehr hart gearbeitet."Was jedoch am meisten zählte, war die ostentative Gutmütigkeit und Bescheidenheit eines Ermittlers, der dilettierend in Beverly Hills herumzustolpern schien, am Ende aber die meist steinreichen Mörder, von deren Privilegien unbeeindruckt, ihrer Strafe zuführte.Die erste von 69 Columbo-Folgen wurde 1971 ausgestrahlt, die letzte im Jahr 2003. Peter Falk erhielt für seine Arbeit als Serieninspektor vier Emmys und einen Golden Globe. Zum eindrucksvollsten seiner Columbo-Darstellung gehören die Schlussszenen, in denen er den Gegner fast mit Bedauern, ja mit einer sonderbaren Güte in die Beweiskette einzurrte. Eine andere Art von Sanftmut zeigt Peter Falk in seiner Darstellung des Ehemanns einer schizophrenen Hausfrau in Cassavetes' "Eine Frau unter Einfluss". Es ist ein Part von anrührender Menschlichkeit und Hilflosigkeit und eine der eindrucksvollsten Leistungen Peter Falks.Erst mit 29 Jahren erklärte sich Falk zum Schauspieler. Der in New York in eine jüdische Familie geborene Sohn ungarisch-tschechischer Eltern studierte Politik und Verwaltung und arbeitete als Betriebsanalytiker in einer Finanzbehörde, bevor er regelmäßig Schauspielunterricht nahm. Am Broadway spielte er bald Kleinganoven und proletarische Helden. Zum Film kam er, obwohl der damalige Columbia-Chef Harry Cohn sagte, für die geforderte Gage bekäme er einen Schauspieler, der nicht nur eines, sondern zwei Augen besitze. Falk war im Alter von drei Jahren bei einer Tumoroperation sein rechtes Auge durch ein Glasauge ersetzt worden. Die Behinderung wurde jedoch kein Handicap für die Karriere. 1960 erhielt er für eine Nebenrolle in "Unterwelt" die erste Oscar-Nominierung.Für den Regisseur Wim Wenders trat Peter Falk 1987 eine Reise nach Deutschland an. Als geisterhafte Erscheinung im Trenchcoat irrlichterte er über das Niemandsland, das der Potsdamer Platz damals war. Im Film "Der Himmel über Berlin" ist Peter Falk ein Engel in Kommissarskluft. Als solcher lächelt er milde über jeden, der ihn mit "Columbo" anspricht.Heute lebt Peter Falk mit einer 25 Jahre jüngeren Ehefrau und zehn Hunden in Beverly Hills. Eine siebzigste Columbo-Folge ist bereits geschrieben, aber noch hat sich kein Produzent gefunden, der einen Film mit einem achtzigjährigen Columbo finanzieren will. Peter Falk steht unterdessen weiter vor der Kamera, immer wieder für die eine oder andere Kinoproduktion.------------------------------"Das Beste an Columbo ist: Er schert sich nicht darum, was andere von ihm denken." Peter Falk------------------------------Foto: Peter Falk, wie man ihn kennt, wie man ihn liebt: als Inspektor Columbo in seinem typischen Outfit, dem ollen Trenchcoat und mit einer Zigarre in der Hand. Das Bild ist aus dem Jahr 1989. Der Schauspieler hat sich das Rauchen inzwischen abgewöhnt. Am Sonntag wird Peter Falk 80.