Noch bietet der George-Grosz-Platz am Kurfürstendamm wenig Grund zum Verweilen: Ein Kiosk steht auf dem etwa 1 000 Quadratmeter großen, dreieckigen Areal, eine City-Toilette und eine Infotafel. Doch seit gestern wird umgebaut, die Stadtmöbel rücken an die Seite - künftig sollen Bänke auf dem Platz stehen, zwei Cafés werden Tische und Stühle aufstellen. Eine Stichstraße wird geschlossen, eine Säule aufgestellt. Diese soll über Leben und Werk des Berliner Malers und Grafikers George Grosz (1893-1959) informieren. Rund 100 000 Euro kosten die Bauarbeiten, die noch in diesem Sommer abgeschlossen sein sollen.Auch Vattenfall bautDass das Areal so gestaltet wird, damit es wirklich die Bezeichnung Platz verdient, hängt auch mit Berlins Stromversorgung zusammen. Denn die Vattenfall Europe Distribution Berlin GmbH, die das Netz für alle Stromlieferanten in der Stadt bereitstellt, braucht eine neue Verteilerstation. Die sollte zum Kurfürstendamm passen - seit mehr als drei Jahren wurde deshalb über das Aussehen debattiert. Ursprünglich war ein Kunstwerk geplant, in dessen Inneren die Technik Platz finden sollte. Doch das war zu teuer. Nun baut Vattenfall eine zwei Meter hohe und drei Meter lange Box mit einer Breite von 1,50 Metern - außen gestaltet mit diagonalen Streifen und unregelmäßigen Linien aus eloxiertem Aluminium. Vattenfall bezahlt nicht nur die Box, sondern trägt auch den größten Teil der Kosten für die Platzumgestaltung.Der Georg-Grosz-Platz wird nicht der einzige Platz am Kudamm bleiben, der neu gestaltet wird. Denn der Boulevard feiert im kommenden Jahr sein 125. Jubiläum. Bis dahin soll er aufgehübscht werden. "Rund 3,5 Millionen Euro werden wir in den nächsten drei Jahren für die Verschönerung von Plätzen am Kurfürstendamm verwenden", sagt Charlottenburg-Wilmersdorfs Baustadt Klaus-Dieter Gröhler (CDU).400 000 Euro für Lehniner PlatzNoch in diesem Jahr wird mit dem Lehniner Platz vor der Schaubühne begonnen - bisher im Bezirkslexikon als "Dreiecksplatz mit geringem Aufenthaltswert" bezeichnet. Im kommenden Jahr soll dann der Rankeplatz an der Joachimstaler Straße schöner werden, ab 2012 wird der Olivaer Platz in Angriff genommen. Mit Kosten von 2,5 Millionen Euro ist dieses Projekt der bisher größte Brocken. "Noch stehen dafür allerdings nur 100 000 Euro für die Planungen bereit", sagt Gröhler. Ein städtebaulicher Wettbewerb soll durchgeführt werden. Danach können Fördermittel beantragt werden. Auch für die aktuellen Projekte bekommt der Bezirk Fördergeld. Es kommt aus dem Programm Aktive Stadtzentren und aus dem Plätzeprogramm des Senats, allein 400 000 Euro für den Lehniner Platz. Insgesamt stehen in Berlin 2010 für die Aufwertung von Plätzen zwei Millionen Euro zur Verfügung.Der Kudamm und seine Plätze sollen sich im Jubiläumsjahr aber nicht nur schöner präsentieren, sondern dort soll auch gefeiert werden. "Ein Festprogramm wird von der AG City und dem Regionalmanagement erarbeitet", so Gröhler.------------------------------Foto: Der George-Grosz-Platz zwischen der Schlüterstraße und dem Kurfürstendamm wird seit gestern umgebaut. Auch neue Bänke werden aufgestellt.