Es war meine erste CD. Die Musikkassette von "Talking Timbuktu" war in der Hitze der Namib Wüste verschrumpelt. Das 1994 mit dem amerikanischen Gitarristen und Filmmusiker Ry Cooder eingespielte Album von Ali Farka Touré war der magische Soundtrack meines Roadmovies durch die Wüste. Es beschwor mit seinen melancholischen Gitarrengesängen die Geister herbei und rhythmisierte das Rattern des Mietwagens auf der Schotterpiste zum Wiegenlied einer Kamelkarawane.Die Fusion aus Elementen der regionalen Musiktradition Westafrikas mit Amerikas elektronischem Blues war das Geheimnis für die mit zwei Grammys belohnte Popularität dieser "Weltmusik" aus Mali. Ali Farka Touré tourte durch Europa, die USA und Japan, aber er kappte nie seine "Wurzeln". Inspiriert von örtlicher spiritueller Zeremonienmusik, und nach der wundersamen Heilung von einem Schlangenbiss in Kontakt mit den Ahnengeistern getreten, brachte er sich das Spielen der einsaitigen afrikanischen Laute bei. Nach der Unabhängigkeit Malis 1960 widmete sich Touré der Pflege seiner lokalen Kultur und lernte gleichzeitig den aus afrikanischen Quellen hervorgegangenen amerikanischen Soul, Blues und Funk kennen. Mali war für ihn "zuerst und vor allem eine Bibliothek der afrikanischen Musikgeschichte". In den 70ern zog er in die Hauptstadt Bamako, arbeitete bei Radio Mali und produzierte dort sechs Alben. 2005 noch spielte er mit dem Griot Toumani Diabaté das Album "In the Heart of the Moon" ein. Ali Farka Touré starb am Montag 66 oder 67-jährig - genau kannte er sein Geburtsdatum nicht - zu Hause auf seiner Farm im Norden Malis.------------------------------Foto: Ali Fraka Touré (1939-2006)