Ich habe einen Plan! Der simple Spruch von Egon Olsen ist bis heute Kult geblieben, zumindest im Osten. Genauso wie die Filme der Olsenbande. Vierzehn Mal, von den Sechzigern bis in die Neunziger, lief das dänische Gaunertrio in den Kinos zu großer Form auf. Vor allem in der DDR wurde kräftig darüber gelacht, wie Egon, Benny und Kjeld mit viel Bastelgeschick und einer unnachahmlichen Mischung aus Perfektionismus und Improvisationstalent gegen hochgerüstete Wachmannschaften und finstere Mächte antraten. Ihr Kopf war Egon Olsen, kantiges Gesicht, stumme Zigarre, Melone auf dem Kopf und immer ein ausgeklügeltes Schimpfwort parat. Er heckte stets genialische Pläne aus und ging im Finale immer, stellvertretend für alle, in den Knast. Sprogøe aber war weit mehr als der "Egon Olsen". Neben den Krimiklamotten mit der Olsenbande spielte er in mehr als 150 Filmen mit, war damit der meistbeschäftigte Filmschauspieler Dänemarks. Doch seine Leidenschaft gehörte bis zuletzt dem Theater. Auch hier verzeichnet seine Vita mehr als 150 Rollen. Sprogøe kam 1919 in Odense, dem Geburtsort seines Lieblingsdichters Hans Christian Andersen, zu Welt und stand ab 1945 auf den Bühnen der Kopenhagener Theater. Ob Mackie Messer, Mephisto, Hauptmann von Köpenick oder Macbeth, Sprogoe verkörperte alle großen Rollen, galt in Dänemark nicht nur als großer Komiker, sondern als Charakterdarsteller. Die Olsenbande aber verfolgte ihn bis ins Rentenalter. Noch 1998, mit fast 80, ließ er sich nach 17 Jahren Pause noch einmal zu einem allerletzten Kinoabenteuer verleiten. Da trug der greise Egon Olsen schon ein Hörgerät, sein Kollege Poul Bundgaard, Darsteller des Kjeld, starb während der Dreharbeiten. Gestern ist Ove Sprogøe im Alter von 84 Jahren in Kopenhagen verstorben.------------------------------Foto: Ove Sprogøe, Schauspieler