Aufgrund des Fundorts und der Umstände können diese mit unethischer Forschung in Zusammenhang gestanden haben. In der Kolumne hieß es:

„Der Präsident der Freien Universität, Peter-André Alt hat wichtige Spuren der Opfer von Josef Mengele klammheimlich vernichten lassen. Jetzt hat der vorgeblich auf Exzellenz bedachte FU-Präsident Alt veranlasst, dass die körperlichen Reste dieser Menschen am Ende doch noch ins Krematorium geschoben wurden.“

Dazu stellen wir richtig:

Professor Alt hat keine der Spuren selbst vernichten lassen oder eine Einäscherung im Krematorium veranlasst. Dazu hat er keine Entscheidungsbefugnis. Die Entscheidung über die Vernichtung von Knochen obliegt dem Landesinstitut für gerichtliche und soziale Medizin und wurde von diesem getroffen. Zu dem möglicherweise entstandenem Eindruck, Professor Alt hätte Gedenkveranstaltungen bewusst verschleiernd inszeniert, stellen wir klar, dass er zu der Kranzniederlegung vor dem Otto-Suhr-Institut am 27. 1. 2015 offiziell eingeladen wurde.

Wir schrieben auch:

„Dennoch verhinderte der FU-Präsident, dass die Reste dieser Menschen näher untersucht wurden. Er ließ sie stillschweigend einäschern und auf Anfrage erklären, ‚weitere Details‘ seien ‚aufgrund der langen Liegezeiten der Knochen‘ ‚leider‘ nicht zu erfahren gewesen. Das ist plump gelogen.“

Zu dem möglicherweise entstandenen Eindruck, Professor Alt hätte Untersuchungen verhindert, stellen wir klar, dass er keine Untersuchungen verhindert hat. Die Entscheidung über die Untersuchungen und Einäscherung trafen die zuständigen Behörden. Nach den der FU bereitgestellten Informationen war es ihm und der FU nicht möglich, weitere Details in Erfahrung zu bringen. Nach Absprache mit der Max-Planck-Gesellschaft wurde deshalb entschieden, keine weiteren Untersuchungen bei den Behörden zu beantragen.

Anmerkungen der Redaktion:

Bereits am 3. Juli 2014, ein knappes halbes Jahr vor der Einäscherung, wurde über den möglichen Zusammenhang zu Mengele aufgrund der Lage nahe des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Anthropologie in der Berliner Presse und mit Agenturmeldung berichtet. Die Max-Planck-Gesellschaft hatte nach eigener Aussage angeboten – um eine würdige Bestattung zu gewährleisten –, die Knochenfunde nach München zu überführen und an der Gedenkstätte am Waldfriedhof beizusetzen.

Heute bedauert Professor Alt die Abläufe und sagt: „Es hat in der Abstimmung zwischen allen Beteiligten ganz sicher keine optimale Koordination gegeben. Man hätte insbesondere mit den Behörden besser kommunizieren müssen, um sich frühzeitig über das weitere Vorgehen abzustimmen.“ (BLZ)