Die Lichtshow war perfekt - ein Farb- und Formenspiel der Sinne. Doch die Musik wirkte wie disziplinierter Lärm. So der Eindruck am Mittwochabend beim Doppelkonzert von den Doobie Brothers und Foreigner in der Deutschlandhalle. Auch wenn die Musiker leidenschaftlich spielten, der Tonchef sich am Mischpult schaffte - es war wie so oft: Die bescheidene Akustik der Halle nervte. Die wahre Musik hörten nur treue Fans, die die Titel schon von den Alben kannten und sich den Rest einfach dachten.Die Doobie Brothers - die US-Band feierte in den 70er Jahren ihre größten Erfolge - heizte das Publikum im halbgefüllten Saal an. Ihr Markenzeichen Rhythm & Blues mit eingängigem Rock zu einem markanten Sound zu mixen, kam eben in der Deutschlandhalle nicht zum Tragen. Ungeachtet dessen lieferte die Band einen professionellen Auftritt, aber das Publikum fieberte schon den Hitlieferanten Foreigner entgegen.Der Topact wartete anschließend dann auch mit einem Best-of-Konzert auf: Von den Rockklassikern "Urgent" und "Juke box hero" bis zu den Bombastballaden "I wanna know what love is" und "Waiting for a girl like you" gab es Ohrwürmer am laufenden Band. Der drahtige Sänger Lou Gramm beeindruckte mit seiner Frische und Leidenschaft. Bekannt für seine Höhen, schummelte er sich live an einigen Stellen eine Oktave tiefer. Doch die gesampelten Chöre im Background halfen über die kleinen Ausrutscher hinweg. Mick Jones ordnete sich dagegen recht brav in die Band ein. Vom vielseitig begabten Gitarristen - der schon den Beatles, Otis Redding und Jimi Hendrix zur Seite stand - hätten gern mehr Solis über die Bühne gehen können. Dafür glänzte überraschend Bassist Bruce Turgon auch als Saxophonist.Das Konzert war vollgepackt mit Klassikern und konzentrierte sich weniger auf die Songs aus dem aktuellen Album "Mr. Moonlight". Trotzdem wurde eines deutlich: Foreigner ist sich treu geblieben. Nach zwischenzeitlichen Trennungen und Erfahrungen auf Solopfaden ist die Band nun wieder ein echtes Team. Mit neuem Schwung besinnen sich die fünf Musiker auf alte Stärken, können sich auch heute noch bestens nach vorn spielen.Zwei große Bands beeindruckten in einem Konzert. Das geneigte Publikum erlebte mit Sicherheit ein Highlight in der Berliner Konzertsaison '95. Bleibt dem Doppelpack für ihre weitere Deutschlandtournee nur noch eines zu wünschen: klangvollere Hallen. +++